Presseinformationen
6.11.07
Mit Highspeed in die Zukunft
Wie lassen sich junge Mädchen für Technik und IT begeistern? Welche Konzepte und Ideen sprechen sie an? Die Jugendlichen selbst haben darüber nachgedacht und heute ihre Ergebnisse der Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan präsentiert. „Die Schülerinnen des Berliner Schadow-Gymnasiums haben in beeindruckender Weise gezeigt, wieviel Leidenschaft und Begeisterung gerade Mädchen für Informations- und Kommunikationstechnologien entwickeln können“, so die Bundesbildungsministerin. „Die Ergebnisse zeigen, dass hier ein großes Potenzial für die Zukunft technischer Berufe liegt. Wir wollen alle jungen Talente fördern, denn sie sind die Zukunft für den Innovati-onsstandort Deutschland.“
Eine Woche lang waren 22 Schülerinnen des Berliner Schadow-Gymnasiums in der School of Design Thinking des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik zu Gast. Dort haben sie sich bei dem Jugend denkt Zukunft-Innovationsspiel „Mit Highspeed in die Zukunft - wie lassen sich Mädchen für den IT-Beruf begeistern?“ mit Technik und IT beschäftigt. Vom 29. Oktober bis zum 2. November haben sie innovative Ideen und Konzepte dazu entwickelt, wie der Anteil an Frauen in IT-Berufen erhöht werden kann. Die Ideen dabei reichten von dem neuen Schulfach „Naturwissenschaftliche Zukunftsvorbereitung – NZV“ über einen interaktiven technischen Schminkkoffer – den Cosmik – bis hin zur WIFA, der „Weiblichen Internationalen Funkausstellung“. Kooperationspartner des Innovationsspiels sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI), die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI).
Im Anschluss an die Präsentation der Schülerinnen diskutierte Bundesbildungsministerin Schavan die Ergebnisse gemeinsam mit
· Professor Dr. sc. nat. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts,
· Mike de Vries, Manager der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“,
· Kai Panholzer, Regional Managing Director Germany, Austria, Switzerland, Netherlands der Wrigley GmbH,
· Hans-Carsten Hansen, Personalchef der BASF Aktiengesellschaft und
· Thomas Ellerbeck, Direktor Unternehmenskommunikation und Politik von Vodafone Deutschland.
Kai Panholzer plädierte darin für eine gezielte Förderung junger Mädchen: „Wir müssen Jugendliche dazu ermutigen, immer wieder anzuecken, quer zu denken und das Visionäre zu wagen. Bei Jugend denkt Zukunft lernen junge Menschen Forschung und Entwicklung hautnah kennen und erleben, wie aus Ideen Innovationen werden. Das ermutigt sie, auch beruflich diesen Weg zu gehen.“ Hans-Carsten Hansen unterstützte diese Ansicht und verwies zugleich auf die stetig steigenden Anforderungen an qualifizierte Fachkräfte: „Die Arbeitswelt wird immer komplexer. Einerseits brauchen Mitarbeiter detailliertes Fachwissen, andererseits steigen die Anforderungen an Flexibilität und vielfältige Einsetzbarkeit“, so Hansen. „Es sind die ‚spezialisierten Generalisten’, die gefragt sind.“ Zwar gehe das Interesse von Jugendlichen an der klassischen Informatik seit Jahren zurück, sagte Professor Christoph Meinel, doch deutlich praxisorientiertere Studienangebote mit starker Förderung der „soft skills“ zögen immer mehr Studienanfänger an, sowohl Frauen als auch Männer. Unter den Absolventen gehörten die jungen Damen oft zu den Besten, verriet der HPI-Direktor.
In einem Punkt waren sich alle Podiumsteilnehmer einig: Dem IT-Beruf gehen viele Talente verloren aufgrund des noch immer weit verbreiteten Klischees, das Frauen und Technik nicht zusammenpassen. Umso wichtiger ist es, gerade jungen Mädchen die Perspektive zu eröffnen, einen technisch oder IT-orientierten Beruf zu wählen. Dass das Jugend denkt Zukunft-Innovationsspiel im Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik bereits ein erster Schritt auf diesem Weg war, bewies die Präsentation der Schülerinnen selbst, wie Thomas Ellerbeck in der Podiumsrunde abschließend betonte: „Wenn ich mir die souveräne Präsentation dieser Schülerinnen und ihre tollen Ideen so ansehe, dann bin ich mir sicher, dass wir hier ein paar künftigen IT-Expertinnen gegenüber sitzen!“
Übersicht